Füssen, 26. August 2026 – Die Füssen Royal Bavarians arbeiten derzeit an ihrem größten Infrastrukturprojekt seit dem Bau des King’s Field. Geplant sind ein neues Club House sowie eine moderne Flutlichtanlage. Im Interview spricht der 1. Vorsitzende Michael Wirthmüller über die Entwicklung des Vereins, die geplanten Baumaßnahmen, die Finanzierung und die Bedeutung des Projekts für Füssen und die Region.
Moderator: Die Royal Bavarians haben sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt. Wo kommt der Verein her und was hat sich seit dem Bau des King’s Field verändert?
Wirthmüller: Den Verein gibt es bereits seit 1987, aber besonders in den vergangenen zehn bis 15 Jahren ist sehr viel passiert. Ein großer Meilenstein war die Eröffnung des King’s Field im Jahr 2021. Der Weg dorthin war lang und nicht immer einfach, aber heute sehen wir, dass sich diese Investition ausgezahlt hat. Seitdem hat sich der Verein sehr positiv entwickelt: Die Nachwuchsarbeit ist stark gewachsen, der Hobbybereich ist gut aufgestellt und auch sportlich haben wir uns weiterentwickelt. Das hat uns gezeigt, dass der Standort und die Entscheidung für das King’s Field genau richtig waren. Jetzt möchten wir den nächsten Schritt gehen.
Moderator: Warum braucht es diesen nächsten Entwicklungsschritt?
Wirthmüller: Beim Bau des King’s Field lag der Fokus zunächst ganz klar auf der eigentlichen Spielfläche. Wir brauchten damals vor allem eine neue sportliche Heimat. Anschließend haben wir die Anlage Schritt für Schritt weiterentwickelt – mit Tribüne, Cateringbereich, Videowall und weiterer Infrastruktur. Heute stoßen wir aber an Grenzen. Unsere Umkleiden befinden sich weiterhin auf der anderen Seite des Sportparks, für Zuschauer und Spieler nutzen wir teilweise noch provisorische Toilettencontainer und auch bei Lagerflächen fehlen nachhaltige Lösungen. Daraus ist die Idee entstanden, mit einem Club House und einer Flutlichtanlage den nächsten großen Schritt zu gehen.
Moderator: Was genau ist geplant?
Wirthmüller: Das Projekt besteht aus zwei zentralen Bausteinen. Die Flutlichtanlage soll die Anforderungen für den Spielbetrieb erfüllen und zugleich die Möglichkeit einer späteren Aufrüstung für höhere sportliche Anforderungen bieten. Vor allem im Frühjahr und Herbst schafft sie zusätzliche Trainingszeit und eröffnet neue Möglichkeiten für Abendspiele, Turniere und Veranstaltungen. Das Club House soll Umkleiden, Duschen, sanitäre Einrichtungen für Spieler und Zuschauer sowie dringend benötigte Lagerflächen enthalten. Gleichzeitig soll es ein Treffpunkt für den gesamten Verein werden. Ein weiterer wichtiger Bestandteil sind die Trainingsmöglichkeiten: Geplant sind ein Fitnessbereich sowie die Überdachung der bestehenden Batting Cages, damit wir auch bei schlechtem Wetter verlässlicher trainieren können.
Moderator: Wie weit ist das Projekt inzwischen fortgeschritten?
Wirthmüller: Wir beschäftigen uns seit über zwei Jahren intensiv mit dem Projekt. In dieser Zeit wurden unterschiedliche Varianten geprüft, Architekten eingebunden und konkrete Planungen entwickelt. Mittlerweile liegen sowohl für die Flutlichtanlage als auch für das Club House erste belastbare Kostenschätzungen vor. Wir haben bereits Förderanträge gestellt und wurden zudem als Regionalstützpunkt des Bayerischen Baseballverbands aufgenommen, wodurch sich zusätzliche Möglichkeiten im Bereich der Leistungssportförderung ergeben. Wir sind inzwischen an einem Punkt, an dem wir sagen können: Das Projekt ist realistisch und machbar. Jetzt geht es insbesondere darum, den verbleibenden Eigenanteil möglichst gering zu halten und weitere Unterstützer zu gewinnen.
Moderator: Von welchem Investitionsvolumen sprechen wir und wie soll das Projekt finanziert werden?
Wirthmüller: Nach aktuellem Planungsstand rechnen wir bei der Flutlichtanlage mit ungefähr 350.000 bis 400.000 Euro. Für das Club House bewegen wir uns derzeit voraussichtlich in einer Größenordnung von rund 1,4 bis 1,6 Millionen Euro. Insgesamt sprechen wir damit von einem Projektvolumen von etwa 1,8 Millionen Euro. Die Finanzierung soll auf mehreren Säulen stehen. Dazu gehören Fördermittel des Bayerischen Landes-Sportverbands, eine zusätzliche Leistungssportförderung, mögliche Zuschüsse des Landkreises sowie Eigenmittel, Sponsoring, Spenden und Crowdfunding. Aktuell arbeiten wir daran, die Kosten für die einzelnen Gewerke noch genauer zu ermitteln und festzustellen, welche Bereiche des Club Houses förderfähig sind. Daraus ergibt sich dann der tatsächliche Eigenanteil des Vereins.
Moderator: Welche Bedeutung hat das Projekt über den Verein hinaus für Füssen und die Region?
Wirthmüller: Baseball ist grundsätzlich überregional ausgerichtet. Unsere Gegner kommen nicht nur aus der unmittelbaren Umgebung, sondern teilweise aus ganz Bayern und darüber hinaus. Mit einer entsprechend entwickelten Infrastruktur können wir künftig auch größere nationale oder internationale Turniere ausrichten. Schon heute kommen regelmäßig amerikanische Travel Teams nach Füssen, die einen Besuch am Schloss Neuschwanstein mit einem Spiel am King’s Field verbinden. Auch international hat das King’s Field bereits Aufmerksamkeit erhalten. Die Kombination aus Baseball und der besonderen Kulisse in Füssen hat großes Potenzial und kann einen Mehrwert für Tourismus und Region schaffen.
Moderator: Wie können Unternehmen und Privatpersonen das Projekt unterstützen?
Wirthmüller: Es gibt viele Möglichkeiten. Natürlich freuen wir uns über Sponsoring und Spenden. Gerade bei einem Bauprojekt sind aber auch Partnerschaften mit Unternehmen aus den verschiedenen Gewerken sehr interessant. Wenn Firmen sich mit Leistungen, Materialien oder Know-how einbringen, kann uns das unmittelbar helfen, die Projektkosten zu reduzieren. Wichtig ist uns: Jede Unterstützung zählt. Egal ob groß oder klein – jeder Beitrag bringt uns einen Schritt näher an unser Ziel.
Moderator: Du hast bereits sehr viel Zeit in die Entwicklung des King’s Field investiert. Was motiviert dich persönlich, dieses Projekt weiter voranzutreiben?
Wirthmüller: Mich motiviert vor allem das Feedback, das wir bekommen. Wenn Kinder bei uns Baseball spielen möchten, wenn Sponsoren sagen, dass sie unsere Entwicklung gerne unterstützen, oder wenn Teams aus den USA nach Füssen kommen wollen, weil sie unser King’s Field besonders finden, dann bestätigt das die Arbeit der vergangenen Jahre. Natürlich ist das Projekt ambitioniert. Aber ich glaube, dass man bei solchen Projekten zunächst groß denken muss. Kleiner werden kann man am Ende immer noch. Als Vorstand sehe ich es auch als meine Aufgabe, eine Vision zu entwickeln und zu versuchen, sie gemeinsam mit dem Verein umzusetzen.
Moderator: Wo können sich Interessierte über das Projekt informieren und wie kann man konkret helfen?
Wirthmüller: Auf unserer Website gibt es einen eigenen Bereich zum Zukunftsprojekt. Dort finden Interessierte Visualisierungen, Pläne, aktuelle Informationen zum Projektfortschritt und Hinweise zu Spendenaktionen. Auch unser Crowdfunding ist dort direkt verlinkt. Darüber hinaus freuen wir uns jederzeit über den persönlichen Austausch – bei unseren Spielen oder direkt über den Verein.
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