Füssen, 22. September 2025 – Die Füssen Royal Bavarians verlieren das erste Spiel der Halbfinalserie gegen die Stuttgart Reds mit 18:25. In einem offensiven Schlagabtausch der Superlative mit insgesamt neun Homeruns behielten die Gäste am Ende die Oberhand. Kommenden Samstag geht es in Stuttgart in Spiel zwei – und möglicherweise in ein entscheidendes drittes Spiel.

„Wir haben uns auf ein offensives Match eingestellt, aber das hat alle Erwartungen übertroffen“, kam Headcoach Mitch Wirthmüller nach dem Spiel kaum mehr aus dem Staunen heraus und fügte hinzu: „Das habe ich in meiner 25-jährigen Baseball-Karriere noch nicht erlebt.“

Es war ein Offensivspektakel der Extraklasse, das die zahlreichen Zuschauer am Samstag am King’s Field geboten bekamen. Am Ende kamen beide Mannschaften zusammen auf neun Homeruns und 47 Basehits – eine Statistik, die normalerweise gut und gerne für drei oder mehr Spiele reicht. „Normalerweise entstehen solche Ergebnisse in niedrigen Ligen, wo Pitcher Probleme haben, Strikes zu werfen oder die Defensive keine Outs zustande bringt“, erklärte Wirthmüller. Doch das war am Samstag keineswegs der Fall. Es war einfach geballte Offensivpower beider Mannschaften – und sicherlich auch etwas Glück, dass Bälle nur selten direkt auf die Verteidiger geschlagen wurden.

Beiden Teams war anzumerken, dass die Pitching-Optionen an diesem Tag begrenzt waren. Während bei Stuttgart die zwei besten Pitcher mit der Nationalmannschaft in Rotterdam weilten, fielen auf Seiten der Royals Daniel Mendelsohn und Loris Härtl verletzungsbedingt aus, und James Starek ging angeschlagen in die Partie. Das eingeschränkte Pitching beider Teams und die enge Strikezone des Schiedsrichters verschärften das offensive Match-up zusätzlich.

Über acht Innings hinweg wechselte die Führung ständig. Ein offensives Highlight jagte das nächste, und teils spektakuläre Defensivaktionen brachten die Fans immer wieder zum Staunen. Erst im letzten Inning – nach knapp vier Stunden Spielzeit – gelang den Gästen aus dem Schwabenland der entscheidende Schlag. Beim Stand von 17:18, zwei Aus und einem „full count“, war es der Stuttgarter Lucas Traut, der mit seinem Schlag zwei weitere Punkte nach Hause brachte und die Offensive der Reds weiter am Laufen hielt. Danach folgten weitere, teils glückliche Schläge, und Füssen gelang es nicht mehr, die Stuttgarter Offensive einzufangen – Zwischenstand 17:25. „Es gab sicherlich einige wegweisende Momente im Spiel, aber der Hit von Lucas Traut war der Neckbreaker, wie man sagen würde“, so Wirthmüller, dessen Männer im neunten und letzten Inning kein Comeback mehr starten konnten – Endstand 18:25.

Kommenden Samstag geht es nun nach Stuttgart zu Spiel 2 (und eventuell Spiel 3) der Best-of-3-Serie, in der Füssen nun mit dem Rücken zur Wand steht. „Wir werden alles tun, um ein drittes Spiel zu erzwingen“, betont der Trainer. Los geht es mit Spiel 2 um 15:30 Uhr im TVC Ballpark in Stuttgart. Ein mögliches Spiel 3 findet im Anschluss gegen 19:00 Uhr unter Flutlicht statt.

Foto © Felix Plocher